Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (2024)

Die Theater in Mitte zählen zu den wichtigsten Bühnen der Stadt: Große Häuser für Sprech- und Musiktheater findet man hier, genießt Operninszenierungen am Bebelplatz oder gewitzte Abende an der Volksbühne. Aber auch die Freie Szene hat ihren Platz: Wer Performances und Tanz sucht oder sich nach ungewöhnlichen Stücken in kleinen Theatern sehnt, ist hier richtig. 12 Theater in Mitte stellen wir euch vor.

Maxim Gorki Theater

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (1)

Berlins kleinstes Staatstheater fasst gerade einmal 440 Menschen, das Gebäude wird aufgrund seiner ausgesprochen musikalischen Geschichte immer noch ab und an als Singakademie bezeichnet, aber statt Chorgesang geht’s hier längst choreografisch zu.

Gegründet wurde das Maxim Gorki Theater als „Ort zur Pflege russischer und sowjetischer Theaterkunst“, die Ausrichtung des Hauses war danach so wechselhaft wie an kaum einem anderen Theater in Berlin. Ein mustergültiger Ort für sozialistischen Realismus war das Gorki einst, aber auch Premierenort für deutsche Gegenwartsdramatik (Heiner Müller arbeitete in den letzten DDR-Jahren als Dramaturg am Gorki) und Treffpunkt für sachten Widerstand gegen die SED.

Bernd Wilms (später am DT) leitete das Gorki, auch Armin Petras setzte als Intendant Impulse. Längst wird das kleine Haus aber international wahrgenommen als einer der politischsten und vielfältigsten Orte in Berlin. Mit der Intendantin Shermin Langhoff sind queere, kapitalismuskritische und die migrantische Community betreffende Themen prägend geworden.

  • Maxim Gorki TheaterAm Festungsgraben 2, Mitte, Tel. 030/20 22 10,www.gorki.de

Sophiensaele

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (4)

Im deutschsprachigen Raum gibt es ein dichtes Netzwerk freier Theaterhäuser mit internationaler Ausrichtung: Kampnagel in Hamburg etwa, Mousonturm in Frankfurt am Main, brut Wien, das Zürcher Theaterhaus Gessnerallee – und in Berlin die Sophiensaele, die offiziell 1996 mit Sasha Waltz’ Produktion „Allee der Kosmonauten“ eröffnet wurden. Sasha Waltz, Jochen Sandig, Jo Fabian, Zebu Kluth und Dirk Cieslak sind die Gründungsmitglieder der Produktionsstätte, seit 2011 ist Franziska Werner künstlerische Leiterin der Sophiensaele – Waltz ist weiterhin Gesellschafterin, ist aber mit Sasha Waltz & Guests mittlerweile ins Radialsystem umgezogen.

Performances und Tanz umfasst das Programm der Sophiensaele aber nach wie vor, darüber hinaus auch Diskursveranstaltungen, Musik und natürlich Theater. Auch beim Theatertreffen sind Produktionen der Sophiensaele eingeladen worden: mit Thorsten Lensings Adaption von David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“, Milo Rau und dem International Institute of Political Murder sowie 2020 mit Florentina Holzingers „Tanz“. Regelmäßig im Programm vertreten sind auch sindVanessa Stern,Martin Nachbar, Monster Truck, Christoph Winkler, Sebastian Matthias,Interrobang undTurbo Pascal. Rund 100 Projekte präsentieren die Sophiensaele jedes Jahr, und gerade für den Nachwuchs bedeutsam sind die Tanztage Berlin und die Plattform „Freischwimmen“.

Acker Stadt Palast

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (5)

An der Ackerstraße in Mitte ist eines der vielleicht schönsten Kulturprojekte Berlins zuhause: der Schokoladen. Die ehemalige Schokoladenfabrik wurde 1991 von Künstler:innen besetzt, die sich lange Streitigkeiten um das Haus lieferten. 2011 berichteten wir ausführlich über die Auseinandersetzungen um den Schokoladen, 2012 war dann eine Lösung gefunden. Das lange umkämpfte Haus ist nicht nur Raum für Konzerte, bei denen man sich fühlt wie in einem wilderen, lebendigeren Berlin der Vergangenheit, sondern es finden auch Theateraufführungen statt.

Denn hier befindet sich der Acker Stadt Palast, mit einer gewissen Portion Größenwahn erinnert der Name an den Admirals- und Friedrichstadt-Palast. Seit 2012 leitet Stefan Wolf das kleine Theater in Mitte, das frei nach einem alten Slogan der Hausbesetzer:innen-Szene „Das ist euer Haus“ proklamiert. Auf der Bühne stehen zahlreiche Newcomer:innen, die Grenzen zwischen Publikum und Produktion verwischen hier ohnehin, und das Programm verbindet zeitgenössischen Tanz, Sprechtheater, Performance und Neue Musik.

  • Acker Stadt Palast Ackerstraße 169/170, Mitte, Tel. 030/441 00 09, mehr Infos, Tickets und Spielplan hier

Acud Theater

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (6)

Es waren wilde Zeiten in Mitte, die Jahre nach der Wende. Davon zeugt auch der Verein Acud, der 1990 als Zusammenschluss vieler künstlerischer Projekte entstanden war und an die Veteranenstraße zog. Den Verein gibt es nicht mehr, 2014 rettete aber eine Gruppe von Künstler:innen das akut bedrohte Projekt. Das Haus wird ganz vielfältig genutzt: Partys finden im Acud ohnehin statt, die Räume können auch für Ausstellungen genutzt werden, Konzerte gibt es hier genauso wie langfristige Kooperationen mit dem Literaturbetrieb, so etwa die regelmäßigen „KOOKread“-Lesungen.

Und natürlich bietet so ein Haus in Mitte auch Theater: Rund 70 Plätze fasst der schlichte Bühnenraum, in dem jedes Jahr rund 120 Aufführungen gegeben werden, darunter zahlreiche Uraufführungen und Neuinszenierungen.

  • Acud Theater Veteranenstraße 21, Mitte, Tel. 030/44 35 94 97, Programm, Tickets und weitere Infos hier

TD Berlin

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (7)

TD Berlin heißt das Haus mittlerweile, die längste Zeit war es jedoch als Theaterdiscounter bekannt. Discounter? Das lag an den tatsächlich sehr niedrigen Preisen, denn während man in größeren Häusern für die guten Plätze gern mal den 50-Euro-Schein locker machen muss, kosten die Tickets hier eher 15 Euro. Das Theater in Mitte, mittlerweile im ehemaligen Fernmeldeamt Ost an der Klosterstraße untergebracht, wurde 2003 von Schauspieler:innen und Regisseur:innen gegründet, die vor allem zeitgenössische Dramatik und ungewöhnliche Gastspiele auf die Bühne bringen wollten.

Der Discountergedanke war auch eine Aussage zu prekären Produktionsbedingungen ohne öffentliche Förderung, auch wenn mittlerweile der Name anders lautet: Das Theater in Mitte heißt seit 2020 schlicht TD Berlin. Hier blickt man aufs Rote Rathaus, auf den Molkenmarkt oder eben auf die Bühne, auf der rund 30 verschiedene Theaterarbeiten pro Jahr gezeigt werden. Aber auch für Festivals ist Raum, ebenso für Debatten um die Zukunft der Stadt.

  • TD Berlin Klosterstraße 44, Mitte, Tel. 030/28 09 30 62, Spielplan, Tickets und Infos hier

Friedrichstadt-Palast

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„Ich baue keinen billigen Larifari-Schuppen, von dem die Leute sagen: Guckt mal, das ist die kleinkarierte DDR“, sagte Manfred Prasser, einer der wichtigstenDDR-Architekten in Berlin,über den Friedrichstadt-Palast. In der Tat stellt die 1984 eröffnete High-Tech-Bühne ihre Konkurenz schon technisch in den Schatten, zudem verfügt keines der Theater in Berlin über mehr Plätze.Die Geschichte des Friedrichstadt-Palasts erzählen wir euch hier im Detail.

Auf die Hochphase als prägende DDR-Showbühne und Austragungsort für das beliebte Fernsehformat „Ein Kessel Buntes“ folgte eine längere Durstrecke mit zahlreichen Leitungswechseln. Seit Bernd Schmidt 2007 die Geschicke des Palasts in die Hand nahm, ist es jedoch kontinuierlich bergauf gegangen. Die Revuen mit eigenem Tanzensemble, spektakulären Kostümen und eigenem Orchester erzählen sicherlich nicht die komplexesten Geschichten und werden nie zum Theatertreffen eingeladen.

Aber der bildgewaltige Bühnenzauber von Abenden unter Titeln wie „Vivid“, „Wylde“ oder „Arise“ zählt zum erfolgreichsten, was in Berliner Theatern angeboten wird – und zum zugänglichsten. Gerade bei Berlin-Besucher:innen aus aller Welt ist das Theater in Mitte eine der ersten Adressen. Entsprechend international fällt dann auch das Lob der Presseschauen und der Glamour der Premierenabende aus.

  • Friedrichstadt-PalastFriedrichstraße 107, Mitte, Tel. 030/23 26 23 26,www.palast.berlin

Berliner Ensemble

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Wer Bertolt Brecht ausschließlich als Schullektüre kennt, hat vielleicht das Nachkriegsschaffen des Regisseurs nicht auf dem Schirm: Der Begründer des epischen Theaters baute in Berlin eine Theatergruppe auf, eine zentrale Rolle spielte dabei auch Helene Weigel, nach Brechts Tod selbst langjährige Intendantin.

Dieses Berliner Ensemble – anfangs ausschließlich als Name der Gruppe verwendet – trat im Theater am Schiffbauerdamm auf, gespielt wird dort noch heute. Das Berliner Ensemble, mittlerweile wird das Theater selbst so bezeichnet, hat viele Intendant:innen erlebt, darunter in einer chaotischen Phase so verschiedene Menschen wie Fritz Marquardt, Heiner Müller, Peter Zadek und Martin Wuttke, lange Jahre auch den legendären Claus Peymann als Leiter.

Legendär sind auch viele Stücke am BE: Heiner Müllers letzte Arbeit „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ nach Brecht hatte am 3. Juni 1995 Premiere, Martin Wuttke als Hauptdarsteller hat ein Vierteljahrhundert vor ausverkauftem Haus gespielt. Und die nicht minder legendäre „Dreigroschenoper“, erstmals 1928 im Theater am Schiffbauerdamm aufgeführt, wurde hier seit 2007 in einer umjubelten Robert-Wilson-Inszenierung mit Jürgen Holtz gegeben.

Zur Spielzeit 2017/18 trat Oliver Reese die Nachfolge von Peymann an, der ihn als „handzahmen Verwalter“ beschimpfte. Die Schlammschlacht ließ Reese, der zuvor dem Schauspiel Frankfurt ungeahnte Höhenflüge bescherte, ausfallen. Sein Berliner Ensemble ist auf zeitgenössische Dramatik ausgerichtet, ab und an steht aber auch noch Brecht auf dem Spielplan.

Volksbühne

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Das große Schlachtschiff Volksbühne hat schon bessere Zeiten gesehen. Und natürlich viel schlechtere. Das 1913 durch Spenden proletarischer Mitglieder finanzierte Haus wurde in den Jahren des Ersten Weltkriegs vom legendären Max Reinhardt geleitet, in den 1920er-Jahren arbeitete auch Erwin Piscator für das Haus – von dessen Reformbestrebungen war aber im Nationalsozialismus nicht mehr viel übrig. Die Volksbühne wurde völkisch.

Die wohl prägendste Zeit für das Haus begann aber erst 1992, als Frank Castorf seine Intendanz antrat und mit gewaltigen, manche sagen auch: strapaziösen Inszenierungen in langen Theaternächten Klassiker sezierte. Diplomatisch war Castorfs Stil sicher nicht, doch seine Zeit brachte Künstler:innen wie Sophie Rois, Christoph Marthaler, Christoph Schlingensief, Corinna Harfouch, René Pollesch und viele weitere hervor. 2017 endete die Ära Castorf, zeitweise verschwand sogar das ikonische Räuberrad, entworfen vom prägenden Bühnenbildner Bert Neumann, von der Wiese am Rosa-Luxemburg-Platz. Castorfs Nachfolger Chris Dercon konnte sich mit einem auf internationalen Festivalbetrieb ausgerichteten Konzept nicht halten, Interimsintendant Klaus Dörr blieb ebenfalls nur kurz im Amt.

Mit René Pollesch kehrt ein großer Teil des alten Volksbühnen-Teams ans Haus zurück, dabei aber deutlich diverser aufgestellt als unter Castorf, zudem viel weniger autoritär. Polleschs Stücke haben noch nie die Länge eines Kinofilms überschritten, sein postdramatisches Theater kennt sich in Theoriefragen mindestens so gut aus wie in Filmgeschichte und Slapstick. Daneben spuken im Haus noch immer die guten Geister der Nachwendezeit und der widerständigen Intelligenzija der späten DDR.

Deutsches Theater

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Das Deutsche Theater ist eines der ältesten Theater in Berlin, schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier erst seichtes Spaßprogramm, später vornehmlich klassikerlastiges und bildungsbürgerliches Theater gespielt. Der umtriebige Max Reinhardt prägte das Haus zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ließ das Nachbargebäude zu den Kammerspielen ausbauen. Das Deutsche Theater erlebte viele bedeutende Inszenierungen: Brechts „Mutter Courage“ mit Helene Weigel in der Hauptrolle wurde hier aufgeführt, bevor das Berliner Ensemble an den Schiffbauerdamm zog. Und Benno Besson, zeitweise auch Volksbühnen-Intendant, ließ sich hier für Stücke wie „Der Frieden“ (Aristophanes, bearbeitet von Peter Hacks) 45 Minuten lang zujubeln.

Nach der Wende prägte zunächst Thomas Langhoff das Haus, nach ihm Bernd Wilms, der mit Regisseur:innen wieBarbara Frey,Dimiter Gotscheff,Jürgen GoschundMichael Thalheimer neuen Glanz ins alte Haus brachte: Das DT wurde 2005 zum Theater des Jahres gewählt.

Aktueller Intendant ist Ulrich Khuon, mit Persönlichkeiten wie Ulrich Matthes,Constanze Becker,Samuel Finzi, undNina Hoss. Zeitgenössische Arbeiten und Klassiker stehen gleichermaßen auf dem Spielplan, regelmäßig finden zudem Theaterfestivals statt, etwa „Radar Ost“ mit wichtigen Produktionen aus Osteuropa.

Chamäleon

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (12)

Die Hackeschen Höfe zählen sicherlich zu den schönsten Orten in Berlin – und hier findet man auch eines der ungewöhnlichsten Theater in Mitte: das Chamäleon. Im ersten Obergeschoss eines Quergebäudes an der Rosenthaler Straße befand sich einst ein Festsaal, der zwischenzeitlich auch als Kantine, Lagerraum und Probebühne von Tanzensembles diente.

1991 zog hier ein Theater ein: das Chamäleon unter der künstlerischen Leitung des beliebten Clowns Harald „Hacki“ Ginda, der ein Programm mit Varieté- und Kleinkunstaufführungen etablierte, aber 2004 insolvent ging. 2004 eröffnete das Theater unter neuer Leitung wieder, die historische Jugendstil-Einrichtung wurde umfassend saniert und ein Showkonzept etabliert, bei dem Artist:innen aus aller Welt innovative Programme zeigen, während das Publikum – für Theater eher ungewöhnlich – an Bistrotischen Platz nimmt.

Das Theater in Mitte ist Berlins einzige Bühne, die sich ausschließlich dem Neuen Zirkus widmet: Statt einer bloßen Nummernrevue folgen die Shows einem dramaturgischen Konzept, im Mittelpunkt der genreübergreifenden Inszenierungen steht spektakuläre Akrobatik.

  • Chamäleon Theater Berlin Rosenthaler Straße 40/41, Tel. 030/400 05 90, Spielplan, Tickets und weitere Infos hier

Komische Oper

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (13)

Was für ein Gegensatz: Das schlichte Äußere des Theaterbaus an der Behrenstraße bereitet Gäste nicht darauf vor, wie historisch und prunkvoll der neobarocke Publiku*msraum noch immer ist. Das Gebäude wurde bereits 1892 errichtet, den Zweiten Weltkrieg überstand es aber nur teilweise.

Früher wurden hier Revuen und Operetten gezeigt, 1947 begann dann die Geschichte der Komischen Oper: Die erste Inszenierung war eine Aufführung der exzentrischen Strauss-Operette „Die Fledermaus“ über eine denkwürdige Nacht, inszeniert von Gründungsintendant Walter Felsenstein. Dessen Konzept ist nach wie vor wegweisend: Stücke werden in deutscher Fassung gezeigt, und bei hohem künstlerischen Anspruch sollen volkstümliche Werke zugänglich gemacht werden. Das zeigt sich auch an Projekten wie „Selam Opera!“, mit dem sich das Haus für türkischsprachige Menschen öffnet, abe auch abseits der Bühne, denn einen strikten Opern-Dresscode gibt es hier nicht. Derzeit leitet Barrie Kosky die Komische Oper, der von 2023 bis 2027 Sanierungsarbeiten bevorstehen. Danach wird das Theater in Mitte auch um einen Neubau erweitert – ein Entwurf steht bereits fest.

  • Komische Oper Berlin Behrenstraße 55-57, Mitte, Spielplan, Tickets und weitere Infos hier

Staatsoper Unter den Linden

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Dieses Theater in Mitte ist schon architektonisch einer der wichtigsten Orte in Berlin: Der preußische Baumeister Georg von Knobelsdorff, der Berlin und Potsdam prägte, legte 1741 den Grundstein für das seinerzeit größte Theatergebäude Europas, das in den Jahrhunderten nicht nur zahlreiche Umbenennungen erlebt hat, sondern auch große Musiktheaterkunst. Mozart-Opern konnte man hier zum ersten Mal in deutscher Sprache hören, hier arbeiteten August Wilhelm Iffland, (dessen Namen man heutzutage am ehesten vom Iffland-Ring für bedeutende Schauspieler kennt) und Richard Strauss, hier wurde auch Alban Bergs „Wozzeck“ uraufgeführt.

Heute ist die Staatsoper untrennbar verbunden mit einem Namen: Daniel Barenboim. Seit 1992 ist er künstlerischer Leiter, längst auch von der Staatskapelle zum Generaldirektor auf Lebenszeit ernannt worden. Auf dem Spielplan stehen natürlich Klassiker der Operngeschichte, das Theater in Mitte begeistert aber auch immer wieder mit innovativen Inszenierungen, Autokino-Theater etwa, sowie mit der „Staatsoper für alle“ – dabei kann man jedes Jahr der Musik auf dem Bebelplatz kostenlos lauschen und Inszenierungen auf einer großen Leinwand sehen.

  • Staatsoper Unter den Linden Unter den Linden 7, Mitte, Tel. 030/20 35 45 55, Tickets, weitere Infos und Spielplan hier

Mehr zum Thema

Ein unbeschreiblicher Verlust: Ein Nachruf auf René Pollesch. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei: 12 bedeutende Theater in Berlin. Immer aktuelle Texte lest ihr in unserer Kultur-Rubrik. Ihr wollt mehr wissen über das Herz der Stadt? Hier erfahrt ihr mehr über den Ortsteil Berlin-Mitte.

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (15)

Theater in Mitte: Das sind die zentralen Spielstätten Berlins (2024)

FAQs

Wie heißt das große Theater in Berlin? ›

Friedrichstadt-Palast Berlin. Größte Theaterbühne der Welt. Schon über 400.000 Tickets!

Wie viel Theater gibt es in Berlin? ›

Schon die Zahlen sind erstaunlich: Drei Opernhäuser, über 150 Theater und Bühnen, mehr als 175 Museen und Sammlungen, zirka 300 Galerien, mehr als 250 öffentliche Bibliotheken, 130 Kinos und zahlreiche weitere kulturelle Einrichtungen gibt es in Berlin.

Was ist das größte Theater der Welt? ›

Gegenwärtige Gebäude und Standorte

Mit einer Fläche von 11.237 m² ist die Opéra Garnier das größte Theater der Welt, wird aber an der Anzahl von Plätzen von der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper übertroffen.

Wie heißt Berlins großes Kabarett Theater? ›

TIPI AM KANZLERAMT

Mitten in Berlin steht die größte stationäre Zeltbühne Europas. Das TIPI AM KANZLERAMT lädt ein zu Shows und Musik-Kabarett, wie das Berlin-Musical CABARET.

Welche Stadt in Deutschland hat die meisten Theater? ›

“Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt – der hat Kultur.” – Oscar Wilde
StadtGesamtTheater, Opern
Berlin810174
Hamburg29096
München25272
Köln16949
46 more rows

Ist Berlin Berlin ein Musical? ›

Als Revue-Musical bringt BERLIN BERLIN die Größen der Berliner Blütezeit von 1927 bis 1933 zurück auf die Bühne.

Wie viel Plätze hat das Renaissance Theater in Berlin? ›

Das Renaissance-Theater Berlin bietet Platz für bis zu 545 Gäste: Im Parkett befinden sich 339 Sitzplätze, im Rang 181. Dazu kommen weitere 25 Sitzplätze in den Parkett und Balkonlogen.

Wie heißt der Palast in Berlin? ›

Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Friedrichstadt-Palast wirklich zum Friedrichstadt-Palast: Das Haus wurde umbenannt. In der DDR war er eine wichtige Bühne Ostberlins für große Stars, unter anderem Louis Armstrong und Ella Fitzgerald.

Wie heißt der große Platz in Berlin? ›

Berlin Alexanderplatz in Mitte ist wohl einer der bekanntesten Plätze in Berlin. Und ganz sicher der größte. Benannt nach Zar Alexander I., der die Hauptstadt des Königreichs Preußen im Jahr 1805 besuchte, wird er von den Berlinern meist „Alex“ genannt.

Wie viel kostet eine Karte im Friedrichstadt-Palast? ›

Tickets für eine Show kosten unter der Woche etwa 55 Euro und am Wochenende um die 70 Euro. Wir empfehlen die Sitzplätze der mittleren Preiskategorie (PK 2 und PK 3) – sie sind nicht zu teuer und du hast trotzdem eine gute Sicht.

Was wird im Friedrichstadt-Palast gezeigt? ›

Mit einem Mix aus Jugendstil, Art déco und klassischer Moderne ist der Friedrichsstadt-Palast in Berlin ein großer Prunkbau der ehemaligen DDR. Bis heute finden hier Shows mit Ballett und Akrobatik sowie große Gala-Abende statt.

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Author: Kelle Weber

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Name: Kelle Weber

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